Lernplan erstellen: Schritt für Schritt mit Vorlage
Ratgeber · Merkkasten-Redaktion ·
Ein Lernplan verteilt den Stoff auf mehrere Tage vor der Prüfung. Das ist wirksamer als Lernen am letzten Abend. In fünf Schritten hast du deinen Plan meist in einer halben Stunde fertig.

Inhalt 10 Abschnitte
- Warum sich ein Lernplan lohnt1
- Schritt 1: Termine sammeln2
- Schritt 2: Den Stoff in Portionen teilen3
- Schritt 3: Rückwärts planen4
- Schritt 4: Wiederholungen einplanen5
- Schritt 5: Puffer einbauen6
- Beispiel: Lernplan für zwei Wochen7
- Lernplan-Vorlage zum Ausdrucken8
- Lernplan für Klausur oder Abitur9
- Häufige Fehler10
Warum sich ein Lernplan lohnt
Wer den Stoff auf mehrere Tage verteilt, behält mehr als jemand, der dieselbe Zeit an einem Stück lernt. Das ist eines der am besten belegten Ergebnisse der Lernforschung. Ein Lernplan sorgt dafür, dass du wirklich verteilt lernst und nicht doch am Abend vorher alles nachholst.
Dazu kommt ein zweiter Vorteil: Du siehst früh, wie viel Stoff es ist. Dann merkst du rechtzeitig, wenn du etwas nicht verstanden hast, und kannst noch nachfragen.
Schritt 1: Termine sammeln
Schreib alle Klassenarbeiten, Tests und Abgaben der nächsten Wochen auf. Dazu kommen feste Termine wie Training, Musikunterricht oder Familienfeiern. So siehst du, an welchen Tagen wirklich Zeit zum Lernen bleibt.
Schritt 2: Den Stoff in Portionen teilen

Schau ins Heft und ins Buch: Was kommt dran? Teil den Stoff in kleine Portionen, die du in ungefähr 20 bis 30 Minuten schaffst. „Englisch lernen“ ist zu groß. „Simple Past: Regeln und 10 Übungssätze“ ist eine gute Portion.
Wenn du nicht genau weißt, was drankommt, frag deine Lehrkraft. Das ist keine peinliche Frage, sondern gute Vorbereitung.
Schritt 3: Rückwärts planen
Fang beim Prüfungstag an und plane nach vorne zurück. Der Tag vor der Prüfung bleibt frei oder ist für eine lockere, kurze Wiederholung da. Die neuen Portionen verteilst du auf die Tage davor. Plane lieber jeden Tag eine kurze Einheit als zwei lange.
Als grobe Faustregel aus der Erfahrung reichen für eine Klassenarbeit zehn bis vierzehn Tage Vorlauf. Für eine große Prüfung wie den Abschluss oder das Abitur fängst du entsprechend früher an.
Schritt 4: Wiederholungen einplanen
Was du gelernt hast, wiederholst du am nächsten oder übernächsten Tag und danach noch einmal nach einigen Tagen. Das ist der Kern des verteilten Lernens.
Wiederholen heißt dabei nicht Durchlesen. Frag dich selbst ab, mit Karteikarten, Übungsaufgaben oder einem leeren Blatt. Warum das besser wirkt, steht im Artikel Lernmethoden für die Schule.
Schritt 5: Puffer einbauen
Irgendetwas kommt immer dazwischen: ein Krankheitstag, ein Ausflug, eine Aufgabe, die länger dauert. Plane deshalb pro Woche einen Puffertag ein. Bist du im Plan, hast du an diesem Tag frei. Liegst du zurück, holst du dort auf.
Beispiel: Lernplan für zwei Wochen
So kann ein Plan für eine Englischarbeit aussehen. Übertrag die Tabelle in dein Heft oder auf ein Blatt und setz deine eigenen Themen ein.
| Tag | Neu lernen | Wiederholen |
|---|---|---|
| Mo | Vokabeln Unit 3, Teil 1 | – |
| Di | Simple Past: Regeln | Vokabeln Teil 1 abfragen |
| Mi | Vokabeln Unit 3, Teil 2 | Simple Past: 10 Sätze |
| Do | Unregelmäßige Verben 1–20 | Vokabeln Teil 2 abfragen |
| Fr | Textverständnis üben | Unregelmäßige Verben abfragen |
| Sa | Puffer | Puffer |
| So | frei | frei |
| Mo | Unregelmäßige Verben 21–40 | Vokabeln Teil 1 und 2 abfragen |
| Di | Probeaufgaben aus dem Buch | Simple Past: gemischte Sätze |
| Mi | – | Alle Verben abfragen |
| Do | – | Fehler aus den Probeaufgaben nacharbeiten |
| Fr | Puffer | Puffer |
| Sa | – | Lockere Runde Karteikarten |
| So | frei | frei |
| Mo | Klassenarbeit | – |
Hak jede erledigte Portion ab. Das zeigt dir, wie weit du schon bist, und motiviert für den nächsten Tag.
Lernplan-Vorlage zum Ausdrucken
Diese leere Vorlage kannst du ausdrucken und selbst ausfüllen. Eine Zeile pro Tag reicht.
| Tag | Datum | Neu lernen | Wiederholen und abfragen | erledigt |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ☐ | |||
| 2 | ☐ | |||
| 3 | ☐ | |||
| 4 | ☐ | |||
| 5 | ☐ | |||
| 6 | Puffer | ☐ | ||
| 7 | frei | ☐ | ||
| 8 | ☐ | |||
| 9 | ☐ | |||
| 10 | ☐ | |||
| 11 | ☐ | |||
| 12 | ☐ | |||
| 13 | Puffer | ☐ | ||
| 14 | Prüfung | – | ☐ |
Trag zuerst das Prüfungsdatum unten ein und fülle die Tage dann von hinten nach vorne.
Lernplan für Klausur oder Abitur

Für eine große Prüfung gelten dieselben Regeln, nur in einem größeren Maßstab. Plane in Wochen statt in Tagen: Jede Woche bekommt ein oder zwei Themenblöcke, und jeder Block wird in den folgenden Wochen mindestens einmal wiederholt.
Diese drei Dinge helfen besonders:
- Themenliste: Schreib alle Themen auf, die drankommen können. Frag deine Lehrkraft oder schau in die Vorgaben für die Prüfung. Hak ab, was du sicher kannst.
- Fächer abwechseln: Lerne nicht eine Woche nur Mathe und die nächste nur Biologie. Wer abwechselt, wiederholt jedes Fach automatisch in Abständen.
- Probeprüfungen: Rechne alte Prüfungsaufgaben unter echten Bedingungen, mit Uhr und ohne Hilfsmittel. Das ist eine besonders wirksame Form des Abfragens und zeigt dir, wo noch Lücken sind.
Als Faustregel gilt: Für das Abitur fängst du mehrere Monate vorher an. Je größer der Stoff, desto früher.
Häufige Fehler
Zu viel pro Tag: Ein Plan mit drei Stunden täglich hält niemand durch. Kurze Einheiten, die du wirklich schaffst, bringen mehr.
Kein Wiederholen: Wer jeden Tag nur Neues lernt, hat das Erste bis zur Prüfung oft schon wieder vergessen. Plane die Wiederholungen von Anfang an mit ein.
Plan und dann vergessen: Häng den Plan sichtbar auf oder leg ihn ins Mäppchen. Ein Plan in der Schublade hilft nicht.
Quellen
- Distributed Practice in Verbal Recall Tasks (Cepeda, Pashler, Vul, Wixted, Rohrer), Psychological Bulletin 132 (3), 2006
- Improving Students' Learning With Effective Learning Techniques (Dunlosky u. a.), Psychological Science in the Public Interest 14 (1), 2013
- Learning Techniques: What Works and What Doesn't, Association for Psychological Science
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