Personifikation
Eine Personifikation ist ein sprachliches Bild. Dinge, Tiere, die Natur oder Begriffe wie die Zeit handeln, fühlen oder sprechen darin wie Menschen.
Bei einer Personifikation bekommt etwas Nicht-Menschliches menschliche Eigenschaften: Die Sonne lacht.
Was ist eine Personifikation?
In dem Wort steckt „Person“: Etwas wird so dargestellt, als wäre es ein Mensch. Das können Gegenstände sein, Tiere, Pflanzen, das Wetter oder sogar Begriffe wie die Zeit. Sie handeln, fühlen oder sprechen dann wie Menschen.
- Die Sonne lacht.
- Der Wind heult ums Haus.
- Die Zeit rennt.
- Die Stadt schläft.
Auch feste Ausdrücke wie „Mutter Natur“ oder „Vater Staat“ sind Personifikationen. Hier bekommt etwas Großes und Abstraktes die Gestalt einer Person.
So erkennst du eine Personifikation
Kann das Ding das wirklich?
Stell dir zu jedem Satz eine Frage: Kann das Ding das wirklich? Eine Sonne kann nicht lachen und eine Stadt nicht schlafen. Passt ein Verb oder Adjektiv eigentlich nur zu Menschen oder anderen Lebewesen, hast du eine Personifikation gefunden. Dasselbe gilt, wenn etwas wie eine Person angeredet oder benannt wird, etwa „Mutter Natur“. Achte besonders auf Verben wie lachen, weinen, flüstern, schlafen und auf Adjektive wie wütend, traurig oder müde.
Wie wirkt eine Personifikation?
Personifikationen machen Texte lebendig und anschaulich. Was eigentlich leblos ist, bekommt einen Charakter, und du kannst dir die Szene besser vorstellen. Oft transportieren sie auch eine Stimmung: „Die Sonne lacht“ wirkt fröhlich, „Der Sturm brüllt“ bedrohlich.
In Fabeln geht das noch weiter. Dort sprechen und handeln Tiere wie Menschen und zeigen so menschliche Schwächen wie Eitelkeit oder Gier.
Personifikation, Vergleich und Metapher
Alle drei sind sprachliche Bilder. Einen Vergleich erkennst du an „wie“ oder „als ob“: „Der Sturm ist so laut wie ein wütender Riese.“ Die Personifikation kommt ohne Vergleichswort aus: „Der Sturm brüllt.“ Bei einer Metapher wird ein Wort ohne Vergleichswort in einen neuen Zusammenhang übertragen, etwa „Das Leben ist eine Reise“. Auch die Personifikation überträgt etwas, nämlich menschliche Eigenschaften.
Ein weiteres Stilmittel, das in Gedichten oft vorkommt, ist die Alliteration.
Häufige Fehler bei der Personifikation
„Er rennt wie der Wind“ wird als Personifikation bezeichnet.
Das ist ein Vergleich, erkennbar am Wort „wie“. Hier wird ein Mensch mit dem Wind verglichen, nicht der Wind vermenschlicht.
„Der Hund bellt“ wird als Personifikation bezeichnet.
Bellen kann ein Hund wirklich. Eine Personifikation liegt erst vor, wenn er etwas Menschliches tut, etwa „Der Hund grübelt über sein Leben nach“.
In der Analyse fehlt die Wirkung.
Schreib auf, welches Gefühl oder welches Bild die Personifikation erzeugt, zum Beispiel Bedrohung oder Fröhlichkeit.
Übungen zur Personifikation mit Lösungen
Versuch es erst selbst, dann vergleiche mit der Lösung.
Finde die Personifikation: „Nach dem heißen Tag ließen die Blumen im Garten die Köpfe hängen.“
Lösung zeigen zu Aufgabe 1
Die Blumen ließen die Köpfe hängen. „Den Kopf hängen lassen“ sagt man von traurigen oder müden Menschen. Hier wird es auf die Blumen übertragen.
Personifikation oder nicht? „Der Mond ist heute ganz rund.“
Lösung zeigen zu Aufgabe 2
Keine Personifikation. Der Mond tut nichts Menschliches, der Satz beschreibt nur seine Form.
Personifikation oder nicht? „Der Wecker schreit mich jeden Morgen an.“
Lösung zeigen zu Aufgabe 3
Personifikation. Ein Wecker klingelt, aber „jemanden anschreien“ kann nur ein Mensch. Der Wecker wird wie ein strenger Mensch dargestellt.
Schreib eine eigene Personifikation über den Regen.
Lösung zeigen zu Aufgabe 4
Zum Beispiel: Der Regen trommelt ungeduldig gegen das Fenster. Wichtig ist ein Verb oder Adjektiv, das sonst nur zu Menschen passt.
Verwandte Themen
- DeutschAlliterationKlasse 5–7
Quellen
- Personifikation (Bedeutung und Herkunft), Duden online
- LehrplanPLUS Gymnasium, Deutsch 6, Lernbereich 3.1: Über Schreibfertigkeiten bzw. -fähigkeiten verfügen (sprachliche Mittel, u. a. Personifikation), ISB Bayern
- LehrplanPLUS Gymnasium, Deutsch 8, Lernbereich 2.2: Literarische Texte verstehen und nutzen (Bildlichkeit in lyrischen Texten), ISB Bayern
- Metapher (Bedeutung), Duden online
- Fabel (Bedeutung), Duden online
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