Vietnamkrieg
Der Vietnamkrieg war ein Krieg in Südostasien zur Zeit des Kalten Krieges. Nordvietnam und der Vietcong kämpften gegen Südvietnam und die USA. Er entwickelte sich nach der Teilung Vietnams 1954 und endete 1975.
Im Vietnamkrieg kämpfte das kommunistische Nordvietnam gegen das von den USA unterstützte Südvietnam. Er endete 1975 mit dem Sieg des Nordens.
Wann war der Vietnamkrieg?
Der Vietnamkrieg entwickelte sich nach der Teilung Vietnams 1954 und endete 1975. Auf der Genfer Indochina-Konferenz wurde das Land provisorisch am 17. Breitengrad geteilt, in Nordvietnam und Südvietnam. Daraus wuchs ein Krieg, in den die USA immer stärker eingriffen.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1954 | Genfer Indochina-Konferenz: provisorische Teilung am 17. Breitengrad |
| 1968 | Tet-Offensive: Großangriff auf mehr als 100 Städte in Südvietnam |
| 1968 | Massaker von Mỹ Lai |
| 1968/1969 | Höchststand mit über 540.000 US-Soldaten in Vietnam |
| 1975 | Kriegsende mit dem Sieg Nordvietnams |
Warum gab es den Vietnamkrieg?
Stellvertreterkrieg: Großmächte kämpfen über Verbündete
Der Krieg entstand aus dem Gegensatz von Kommunismus und Westen im Kalten Krieg. Nordvietnam war kommunistisch regiert, Südvietnam wurde von den USA unterstützt. Die USA wollten verhindern, dass sich der Kommunismus in Südostasien ausbreitet. Den Norden unterstützten die Sowjetunion und China.
Gegeneinander kämpften also:
- Nordvietnam und der Vietcong, Kämpfer im Süden auf Seiten des Nordens
- Südvietnam und die USA
Die USA und die Sowjetunion führten keinen direkten Krieg gegeneinander, sondern unterstützten gegnerische Seiten in Vietnam. Die USA griffen außerdem mit eigenen Kampftruppen ein. Deshalb spricht man von einem Stellvertreterkrieg.
Verlauf des Vietnamkriegs
Der Krieg wurde immer größer, bis 1968/1969 über 540.000 US-Soldaten in Vietnam waren. 1968 griffen nordvietnamesische Truppen und der Vietcong in der Tet-Offensive überraschend mehr als 100 südvietnamesische Städte an. Im selben Jahr töteten US-Soldaten im Dorf Mỹ Lai über 500 unbewaffnete Zivilisten.
Über Südvietnam versprühte das US-Militär außerdem das Entlaubungsmittel Agent Orange. Es enthielt giftiges Dioxin. Schätzungen nennen 40 bis 70 Millionen Liter.
Wer hat den Vietnamkrieg gewonnen?
Nordvietnam hat den Vietnamkrieg gewonnen. Die USA zogen ihre Truppen ab, 1975 eroberte der Norden den Süden. Vietnam wurde danach wieder ein Staat.
Folgen: Tote und Langzeitschäden
Der Krieg forderte sehr viele Opfer. Etwa 58.200 US-Soldaten starben. Auf vietnamesischer Seite kamen schätzungsweise 2 bis über 3 Millionen Menschen ums Leben, Soldaten beider Seiten und Zivilisten. Das Dioxin aus Agent Orange belastete Menschen und Natur noch lange nach dem Krieg.
Im Unterricht arbeitest du oft mit Fotos aus dem Krieg. Im bayerischen Gymnasium steht die Analyse von Bildquellen zum Vietnamkrieg in der 9. Klasse im Lehrplan.
Typische Missverständnisse zum Vietnamkrieg
Die USA haben den Vietnamkrieg gewonnen.
Gewonnen hat Nordvietnam. Die USA zogen ihre Truppen ab, danach eroberte der Norden den Süden.
Vietnam war immer schon in zwei Staaten geteilt.
Die Teilung am 17. Breitengrad wurde 1954 auf der Genfer Indochina-Konferenz beschlossen, und zwar nur provisorisch.
Agent Orange war eine Bombe.
Agent Orange war ein Entlaubungsmittel, also ein Gift gegen Pflanzen. Es enthielt Dioxin, das auch Menschen schadet.
Testfragen zum Vietnamkrieg mit Lösungen
Versuch es erst selbst, dann vergleiche mit der Lösung.
Wann und wo wurde Vietnam geteilt?
Lösung zeigen zu Aufgabe 1
1954 auf der Genfer Indochina-Konferenz, provisorisch am 17. Breitengrad.
Warum nennt man den Vietnamkrieg einen Stellvertreterkrieg?
Lösung zeigen zu Aufgabe 2
Die USA auf der einen Seite und die Sowjetunion und China auf der anderen kämpften nicht direkt gegeneinander, sondern unterstützten ihre Verbündeten in Vietnam.
Was geschah bei der Tet-Offensive 1968?
Lösung zeigen zu Aufgabe 3
Nordvietnamesische Truppen und der Vietcong griffen überraschend mehr als 100 Städte in Südvietnam an.
Wie viele Menschen starben im Vietnamkrieg?
Lösung zeigen zu Aufgabe 4
Etwa 58.200 US-Soldaten. Auf vietnamesischer Seite starben schätzungsweise 2 bis über 3 Millionen Soldaten und Zivilisten.
Quellen
- 50 Jahre Ende des Vietnamkrieges, Bundeszentrale für politische Bildung, abgerufen am 19.10.2026
- Der Vietnamkrieg: eine Zäsur, Point Alpha Stiftung, abgerufen am 19.10.2026
- LehrplanPLUS Gymnasium, Geschichte 9 (Bildquellenanalyse zum Vietnamkrieg), Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) Bayern, abgerufen am 19.10.2026
- LehrplanPLUS Realschule, Geschichte 10 (Stellvertreterkriege), Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) Bayern, abgerufen am 19.10.2026
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