Aufbau des Auges
Zum Aufbau des Auges gehören Lederhaut, Hornhaut, Iris, Pupille, Linse, Glaskörper, Netzhaut und Sehnerv. Die meisten Teile wirken auf dem Weg des Lichts zusammen: Das Licht wird gebrochen und dosiert, das Bild scharf gestellt und am Ende in Signale für das Gehirn umgewandelt.
Der Weg des Lichts im Auge: Hornhaut, Kammerwasser, Pupille, Linse, Glaskörper, Netzhaut. Dort entsteht ein kleines, umgekehrtes Bild. Die Lichtsinneszellen wandeln Licht in elektrische Signale um, die über den Sehnerv zum Gehirn gelangen.
Inhalt 11 Abschnitte
- Hornhaut: Durchsichtiger, gewölbter Teil vorne. Lässt das Licht hinein und bricht es am stärksten.
- Kammerwasser: Klare Flüssigkeit zwischen Hornhaut und Linse. Bricht das Licht mit.
- Pupille: Öffnung in der Mitte der Iris, durch die das Licht ins Innere fällt.
- Iris: Farbiger Ring (Regenbogenhaut). Macht die Pupille enger oder weiter und regelt so die Lichtmenge.
- Linse: Bricht das Licht weiter und stellt das Bild scharf.
- Ziliarkörper: Verändert die Form der Linse: runder für nahe, flacher für ferne Dinge.
- Glaskörper: Durchsichtige, gelartige Masse. Füllt den Augapfel und hält ihn prall.
- Netzhaut: Innere Augenhaut mit den Lichtsinneszellen (Stäbchen und Zapfen).
- Gelber Fleck: Stelle des schärfsten Sehens. Hier liegen die Zapfen am dichtesten.
- Blinder Fleck: Hier verlässt der Sehnerv das Auge. Es gibt keine Lichtsinneszellen.
- Sehnerv: Leitet die Signale der Lichtsinneszellen zum Gehirn.
- Aderhaut: Teil der mittleren Augenhaut. Versorgt das Auge mit Blut.
- Lederhaut: Weißer, fester Teil der äußeren Augenhaut. Gibt dem Auge Form und Schutz.
Aufbau des Auges: alle Bestandteile im Querschnitt
Der fast kugelförmige Hauptteil des Auges heißt Augapfel. Seine Wand besteht aus drei Schichten, die wie Schalen übereinanderliegen:
| Schicht | Teile | Aufgabe |
|---|---|---|
| äußere Augenhaut | Lederhaut, Hornhaut | gibt Form und Schutz, lässt vorne Licht hinein |
| mittlere Augenhaut | Aderhaut, Ziliarkörper, Iris | versorgt das Auge, stellt Linse und Pupille ein |
| innere Augenhaut | Netzhaut | nimmt das Licht auf |
Zwischen Hornhaut und Linse liegt das Kammerwasser, eine klare Flüssigkeit. Dahinter folgen die Linse und der Glaskörper, eine durchsichtige, gelartige Masse, die den Augapfel prall hält. Hinten verlässt der Sehnerv das Auge in Richtung Gehirn.
Das Auge von außen: Was ist sichtbar?
Nimm einen Spiegel und schau selbst nach!
Von vorne siehst du nur einen kleinen Teil des Auges:
- Lederhaut: das Weiße im Auge. Sie umhüllt fast den ganzen Augapfel.
- Iris (Regenbogenhaut): der farbige Ring. Sie bestimmt deine Augenfarbe.
- Pupille: die Öffnung in der Mitte der Iris. Sie wirkt schwarz, weil das einfallende Licht im Augeninneren größtenteils aufgenommen wird und nur wenig zurückkommt.
- Hornhaut: Sie wölbt sich durchsichtig über Iris und Pupille. Du erkennst sie nur an Spiegelungen.
Rund um das Auge siehst du außerdem Lider, Wimpern und Augenbrauen. Sie gehören nicht zum Augapfel, schützen ihn aber.
Unterschied zwischen Hornhaut und Lederhaut
Hornhaut und Lederhaut bilden zusammen die äußere Augenhaut, unterscheiden sich aber deutlich. Die Lederhaut ist weiß, fest und undurchsichtig. Sie gibt dem Auge Halt. Die Hornhaut ist der vordere, durchsichtige und stärker gewölbte Teil. Durch sie gelangt das Licht ins Auge, und sie bricht es dabei schon stark.
Aufbau und Funktion: die Teile des Auges im Überblick
Jedes Teil im Auge hat eine eigene Aufgabe. Diese Tabelle eignet sich auch als Lernzettel zum Beschriften:
| Teil | Funktion |
|---|---|
| Hornhaut | lässt Licht hinein und bricht es |
| Iris | macht die Pupille enger oder weiter und regelt so die Lichtmenge |
| Pupille | Öffnung, durch die das Licht ins Innere fällt |
| Kammerwasser | klare Flüssigkeit zwischen Hornhaut und Linse, bricht das Licht mit |
| Linse | bricht das Licht und stellt das Bild scharf |
| Ziliarkörper | verändert die Form der Linse für nahe und ferne Dinge |
| Glaskörper | füllt den Augapfel und lässt Licht durch |
| Aderhaut | versorgt das Auge mit Blut |
| Netzhaut | enthält die Lichtsinneszellen |
| gelber Fleck | Stelle des schärfsten Sehens |
| blinder Fleck | Austritt des Sehnervs, ohne Sinneszellen |
| Sehnerv | leitet die Signale zum Gehirn |
Hornhaut, Kammerwasser, Linse und Glaskörper bilden zusammen den dioptrischen Apparat. Er wirkt wie eine Sammellinse und erzeugt auf der Netzhaut ein verkleinertes, umgekehrtes Bild. Die Pupille gehört nicht dazu, denn sie ist nur eine Öffnung und bricht kein Licht.
Der Sehvorgang Schritt für Schritt
Beim Sehen nimmt das Licht immer denselben Weg durch das Auge:
- Licht von einer Lichtquelle wird von einem Gegenstand zurückgeworfen und fällt ins Auge.
- Die Hornhaut lässt das Licht hinein und bricht es am stärksten. Danach durchquert es das Kammerwasser.
- Die Iris regelt über die Größe der Pupille, wie viel Licht durchkommt.
- Die Linse bricht das Licht weiter und stellt das Bild scharf.
- Das Licht durchquert den Glaskörper.
- Auf der Netzhaut entsteht ein kleines Bild, das auf dem Kopf steht.
- Die Lichtsinneszellen wandeln das Licht in elektrische Signale um. Fachleute nennen das Transduktion.
- Der Sehnerv leitet die Signale zum Gehirn. Erst dort entsteht das Bild, das du wahrnimmst, und zwar aufrecht.
Du siehst also nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Gehirn. Wie Linsen Bilder erzeugen, lernst du im Physikunterricht genauer kennen. Kurz- und Weitsichtigkeit sind eigene Themen.
Stäbchen und Zapfen in der Netzhaut
Die Netzhaut enthält zwei Sorten von Lichtsinneszellen. Das sind besondere Zellen, die auf Licht reagieren. Wie eine tierische Zelle grundsätzlich aufgebaut ist, liest du bei der Tierzelle.
| Stäbchen | Zapfen | |
|---|---|---|
| Anzahl | etwa 120 Millionen | etwa 6 Millionen |
| Aufgabe | Sehen in Dämmerung und Dunkelheit | Farbensehen bei Tageslicht |
| Sehen | nur hell und dunkel | farbig |
Am dichtesten liegen die Zapfen im gelben Fleck, der Makula. In seiner Mitte liegt eine kleine Grube, die Fovea centralis. Hier siehst du am schärfsten. Wenn du etwas genau anschaust, drehst du die Augen so, dass das Bild genau dort landet.
Wie sich das Auge schützt
Das Auge ist empfindlich, darum hat es mehrere Schutzeinrichtungen. Es liegt gut geschützt in der knöchernen Augenhöhle. Die Augenlider schließen sich blitzschnell, wenn etwas auf das Auge zukommt. Wimpern halten Staub ab, und die Augenbrauen leiten Schweiß zur Seite. Tränenflüssigkeit hält die Hornhaut feucht und spült kleine Fremdkörper weg. Bei jedem Lidschlag wird sie neu verteilt.
Der Weg des Lichts: Beispiele aus dem Alltag
Vom Buch zum Fenster
Du liest ein Buch und schaust dann aus dem Fenster auf einen weit entfernten Baum. Was passiert in deinem Auge?
Das Licht vom Baum nimmt denselben Weg wie das Licht vom Buch: Hornhaut, Kammerwasser, Pupille, Linse, Glaskörper, Netzhaut. Damit das Bild trotzdem scharf bleibt, verändert der Ziliarkörper die Form der Linse. Für nahe Dinge wird sie runder, für ferne flacher.
Aus der Sonne in einen dunklen Raum
Du kommst aus der hellen Sonne in einen dunklen Keller. Warum siehst du erst kaum etwas und danach nur noch wenige Farben?
Die Iris erweitert die Pupille, damit mehr Licht ins Auge fällt. Zusätzlich wird die Netzhaut allmählich lichtempfindlicher. Diese Anpassung dauert mehrere Minuten. Bei wenig Licht arbeiten vor allem die Stäbchen. Sie unterscheiden nur hell und dunkel, darum erkennst du kaum Farben.
Typische Verwechslungen beim Augenaufbau
Die Pupille gibt dem Auge seine Farbe.
Die Farbe kommt von der Iris. Die Pupille ist die Öffnung in der Mitte der Iris. Sie wirkt schwarz, weil das einfallende Licht im Augeninneren größtenteils aufgenommen wird.
Hornhaut und Lederhaut sind dasselbe.
Beide gehören zur äußeren Augenhaut. Die Lederhaut ist weiß und undurchsichtig, die Hornhaut vorne ist durchsichtig und lässt das Licht hinein.
Nur die Linse bricht das Licht.
Hornhaut, Kammerwasser, Linse und Glaskörper brechen das Licht und wirken zusammen wie eine Sammellinse. Den größten Teil leistet die Hornhaut, die Linse stellt vor allem scharf.
Das Bild auf der Netzhaut steht aufrecht.
Es ist verkleinert und steht auf dem Kopf. Erst das Gehirn macht daraus das Bild, das du wahrnimmst.
Beim Sehen gehen Strahlen vom Auge zum Gegenstand.
Es ist umgekehrt: Licht geht von einer Lichtquelle aus, wird vom Gegenstand zurückgeworfen und fällt ins Auge.
Die Stäbchen sind für das Farbensehen da.
Farben sehen die Zapfen. Die Stäbchen sind für das Sehen in der Dämmerung zuständig.
Aufbau des Auges: Übungsaufgaben zum Beschriften
Versuch es erst selbst, dann vergleiche mit der Lösung.
Decke die Legende unter der Zeichnung ab und benenne die Teile 1 bis 13. Vergleiche danach mit der Legende.
Lösung zeigen zu Aufgabe 1
1 Hornhaut, 2 Kammerwasser, 3 Pupille, 4 Iris, 5 Linse, 6 Ziliarkörper, 7 Glaskörper, 8 Netzhaut, 9 gelber Fleck, 10 blinder Fleck, 11 Sehnerv, 12 Aderhaut, 13 Lederhaut.
Bring die Teile in die Reihenfolge, in der das Licht sie durchläuft: Linse, Netzhaut, Hornhaut, Glaskörper, Pupille.
Lösung zeigen zu Aufgabe 2
Hornhaut, Pupille, Linse, Glaskörper, Netzhaut.
Welche Teile des Auges kannst du von vorne sehen?
Lösung zeigen zu Aufgabe 3
Die Lederhaut (das Weiße), die Iris (der farbige Ring) und die Pupille (das schwarze Loch). Die Hornhaut liegt davor, ist aber durchsichtig. Du erkennst sie nur an Spiegelungen.
Ordne zu: Zu welcher Schicht der Augenwand gehören Lederhaut, Iris und Netzhaut?
Lösung zeigen zu Aufgabe 4
Lederhaut: äußere Augenhaut. Iris: mittlere Augenhaut. Netzhaut: innere Augenhaut.
Welche Aufgabe hat der Sehnerv?
Lösung zeigen zu Aufgabe 5
Er leitet die Signale der Lichtsinneszellen von der Netzhaut zum Gehirn.
Warum siehst du nachts kaum Farben?
Lösung zeigen zu Aufgabe 6
Die Zapfen für das Farbensehen brauchen viel Licht. Im Dunkeln arbeiten vor allem die Stäbchen, und die sehen nur hell und dunkel.
An welcher Stelle der Netzhaut siehst du am schärfsten und warum?
Lösung zeigen zu Aufgabe 7
Im gelben Fleck (Makula) mit der Sehgrube (Fovea centralis). Dort liegen die Zapfen am dichtesten.
Warum siehst du am blinden Fleck nichts?
Lösung zeigen zu Aufgabe 8
Dort verlässt der Sehnerv das Auge. An dieser Stelle gibt es keine Lichtsinneszellen.
Verwandte Themen
- BiologieTierzelleKlasse 5–6
Quellen
- Dioptrischer Apparat, Wikipedia, abgerufen am 18.10.2026
- Hornhaut, Wikipedia, abgerufen am 18.10.2026
- Netzhaut, Wikipedia, abgerufen am 18.10.2026
- Unterrichtsmaterialien Optik (PDF), Lehrstuhl für Didaktik der Physik, LMU München, abgerufen am 18.10.2026
- LehrplanPLUS Gymnasium, Natur und Technik 5, ISB Bayern, abgerufen am 18.10.2026
- LehrplanPLUS Mittelschule, Natur und Technik 5 (Regelklasse), ISB Bayern, abgerufen am 18.10.2026
- Modul 4: Kognitive Aktivierung, Biologie Gymnasium, Klickpunkt Schule (ByCS), abgerufen am 18.10.2026
Erstellt mit KI-Unterstützung, Fakten gegen die genannten Quellen geprüft. Mehr dazu im KI-Hinweis und unter So entstehen unsere Seiten.